Wilde Möhre oder giftiger Doldenblütler? Acker- oder Sumpf-Schachtelhalm?

Wie man die wilde Möhre zweifelsfrei erkennen und wie man Acker- und Sumpf-Schachtelhalm unterscheiden kann sowie viele weitere interessante Facts erfuhren wir am letzten Donnerstag: Am 26. Juli trafen wir uns zu einem Rundgang mit Martin Koradi, dem bekannten Winterthurer Dozenten für Phytotherapie/Pflanzenheilkunde, und begaben uns auf Entdeckungsreise durch die Pflanzenwelt unseres zukünftigen „Spielplatzes“ in Eidberg .



Die Blüte der wilden Möhre durchläuft drei Stadien (Bild links): Im ersten ist sie konkav, danach konvex und am Ende wieder konkav. In der Mitte der Blüte findet sich häufig ein schwarzer Punkt, der ein Insekt vortäuscht (Bild rechts), um die echten Vertreter dieser begehrten Besucher in Scharen anzulocken. Ausserdem charakteristisch sind die gefiederten, ungewöhnlich langen Hüllblätter (Bild Mitte) sowie die Hüllchenblätter in der Dolde bei den einzelnen Strahlen, die sich so bei keinem anderen Doldenblütler finden.


Wurzel, Blätter, Blüten der wilden Möhre sind essbar. Sie können als Gewürz, in einer Suppe, im Salat und für Omeletten verwendet werden.



Jetzt weiss ich endlich, wie ich den Acker-Schachtelhalm vom giftigen Sumpf-Schachtelhalm unterscheiden kann: Man zupfe den Stiel oberhalb eines Blattkranzes weg. Danach entferne man beim obersten Blattkranz des verbleibenden unteren Halmteils die äusseren Segmente der Blätter so, dass nur noch das erste Segment am Stängel bleibt. Sind diese ersten Segmente länger als das verbleibende Segment des abgezupften Halmes, handelt es sich um den Acker-Schachtelhalm. Sind sie kürzer oder etwa gleich lang, haben wir den Sumpf-Schachtelhalm vor uns, der giftig ist. Die Bilder oben zeigen den Acker-Schachtelhalm.


Zwei wunderbare Stunden haben wir damit verbracht, viel Wissenswertes und Spannendes über die Vielfalt an Pflanzen zu erfahren, die die Natur und der Mensch für uns an diesen wunderbaren Ort gebracht haben.



Golddistel, Acker-Wachtelweizen, wilde oder "halbwilde" Karde, Platterbse, Königskerze, kleiner Odermennig, Natternkopf, Skabiosen-Flockenblume usw. Wir haben unzählige neue Pflanzen kennengelernt und auch alte Bekannte wiedergetroffen. Es war ein gelungener Morgen, an dem wir viel gelernt haben. Danke Martin!


Falls ihr auch einen solchen Event organisieren möchtet: Hier findet ihr Infos zu Martin Koradi: https://phytotherapie-seminare.ch/biographie/

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© 2020 by Gabriella Speich